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Yoan Vilain
Paris - Berlin


Projektbeschreibung - Lebenslauf - Veröffentlichungen

FORSCHUNGSPROJEKT

In Europa erfolgt die Verzahnung der supranationalen, staatlichen und substaatlichen Ebenen nicht nur durch die Übertragung von Hoheitsbefugnissen auf die Europäische Union, sondern auch durch nationale Dezentralisierungsmaßnahmen sowie durch die Bindung der Kommunen an europarechtliche Vorgaben. Die unter dem Einfluss des Europarechts und nationaler Verwaltungsmodernisierungsprogramme (z.B. Neues Steuerungsmodell) stetig wachsende "Fremdbestimmung" der kommunalen Aufgabenerfüllung führt zu einer Neugestaltung der staatlichen und substaatlichen Institutionen. In einem solchen polyzentristischen "Mehrebenensystem" wird die Aufteilung von Zuständigkeiten und die Lösung von Kompetenzkonflikten zu einer Kernfrage. Dieser grundlegende Wandel der Staatlichkeit sowie des Aufgabenprofils der Kommunen kann aber nur im Rahmen der innerstaatlichen verfassungsrechtlichen Grenzen erfolgen, welche Gegenstand der Untersuchung sind.

Der Fragestellung dieser Arbeit liegt eine spezielle Wahrnehmung der Dezentralisierung zugrunde. Hier wird nicht nur erforscht, was die jeweilige Verfassung hinsichtlich einer Dezentralisierung von Aufgaben vorschreibt, sondern auch, was sie verbietet. Ist ein Mehr an Aufgaben für die Kommunen nicht auch ein Weniger an Handlungsspielraum? Dementsprechend nimmt der in dieser Arbeit vorgenommene deutsch-französische Rechtsvergleich die Autonomie der Gebietskörperschaften in den Blick, die das tertium comparationis der Untersuchung darstellt.

Dabei hat die Arbeit erstens zum Ziel, eine rechtsvergleichende Typologie dieser Autonomie zu erstellen. Unterschiede und Ähnlichkeiten der jeweiligen Funktionen der Gebietskörperschaften in Frankreich und Deutschland werden herausgearbeitet. Im Anschluss dazu wird die herrschende Ansicht in Frage gestellt, dass der größte Dezentralisierungsgrad in Bundesstaaten zu finden sei. Einheitsstaaten können in vieler Hinsicht dezentraler sein. Das Fehlen einer substaatlichen Ebene kann in einem polyzentrischen Mehrebenensystem strukturell dazu führen, dass das kommunale Selbstverwaltungsrecht auf zentraler Ebene effizienter wahrgenommen wird. Darüber hinaus soll durch den deutsch-französischen Ansatz gezeigt werden, dass es sich bei der Dezentralisierung um ein Element "gemeineuropäischer" Verfassungsstaatlichkeit und ein Strukturprinzip Europas handelt.

Aus theoretischer Sicht führt diese Untersuchung dazu, die Funktion des Staates im seinem Verhältnis zu den Kommunen zu prüfen. Die Dezentralisierung von Staatsaufgaben markiert den Höhepunkt des generellen Trends, Leistungen, die bislang von der Ministerialverwaltung wahrgenommen worden sind, drastisch zu reduzieren bzw. zu übertragen. Zentrales Erkenntnisinteresse der Untersuchung ist es zu klären, inwiefern die Staatsaufsicht genuine Aufgabe der unmittelbaren Staatsverwaltung und daher dogmatisch aufzuwerten ist.

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LEBENSLAUF

AUSBILDUNG
Seit 10/2009: DFG-Stipendiat im Rahmen des Graduierten Kolleg der Humboldt-Universität zu Berlin : Verfassung jenseits des Staates. Von der europäischen zur globalen Rechtsgemeinschaft? (Grakov).

10/2006 - 09/2009: Forschungsaufenthalte am Centre Marc Bloch (CNRS, Berlin) und an der Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Assoziierter Kollegiat am Grakov (HU Berlin).

10/2006 - 02/2008: Exzellenz-Stipendium des französischen Auswärtigen Amts (Lavoisier Programm).

10/2003 - 09/2006: Wissenschaftlicher Mitarbeiter (allocataire-moniteur) an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne.

Depuis 10/2003: Doppelpromotion an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne (Prof. Dr. Dr. Otto Pfersmann) und an der Humboldt Universität zu Berlin (Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Grimm)
Arbeitstitel: Die verfassungsrechtlichen Grenzen der Dezentralisierung in Frankreich und in Deutschland.

10/2002 - 09/2003: Masterstudiengänge an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne und an der Humboldt Universität zu Berlin:

DEA (Master 2) an der Sorbonne in Rechtsvergleichung des öffentlichen Rechtes der europäischen Staaten, Prädikat Gut (15,9P., Jahrgangsbester). Preis für die beste Magisterarbeit durch das französische Zentrum für Rechtsvergleichung.
Thema: Staatsaufsicht und Kommunen in Frankreich und in Deutschland (108S.).

LL.M. an der Humboldt-Universität zu Berlin, Prädikat Summa cum laude (1,0).
Thema: Schulrecht, Neutralitätspflicht des Staates und Glaubensfreiheit am Beispiel des Kopftuchstreites (72S.).

10/2001 - 08/2002: Maîtrise de Droit public (Hochschulabschluss), Prädikat Befriedigend. Auslandsstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin (Sokrates-Programm).

10/1998 - 06/2001: Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Jean Moulin Lyon 3: DEUG (Zwischenprüfung) und Licence de droit (Bachelor).

06/1998: Französisches Abitur. Prädikat Befriedigend.
1995 - 1998: Internationales Gymnasium, Lyon

BERUFSERFAHRUNG
Lehrtätigkeit:
Zur Zeit: Lehrbeauftragter an der Humboldt Universität zu Berlin für das fremdsprachliche Rechtsstudium (französisch - öffentliches Recht). Vorbereitung

10/2003 - 09/2006: Lehrbeauftragter an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne in Bachelor- und Masterstudiengängen: Methodenlehre; öffentliches Wirtschaftsrecht; allgemeines Verwaltungsrecht; Grundrechte (Team-Leiter).

Wissenschaftliche Tätigkeit :
Seit 07/2008: Hauptkoordinator des deutsch-französischen Doktorandenkollegs zur europäischen Rechtsvergleichung.

2006 - 2008: Doktorandenvertreter am Centre Marc Bloch (CMB).

10/2003 - 09/2006: Koordinator des Masterstudiengangs in Rechtsvergleichung der öffentlichen Rechte der europäischen Staaten an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne.

Seit 2004: Mitglied des wissenschaftlichen Beirats bzw. der Organisationsteam folgender Tagungen:

10) Oktober 2009: Organisationsteam der Sommerkonferenz des Grakov (HU Berlin) zum Thema " The Rule of Law in a World of Multilevel Jurisdictions ".

9) Dezember 2008: Mitveranstalter mit Prof. Dr. Pascale Laborier und Prof. Dr. em. Helmut Wollmann einer Tagung (CMB und GRALE) zum Thema "Kommunale Selbstverwaltung in Europa: Auslauf- oder Zukunftsmodell? Im deutsch-französischen Vergleich und Dialog".

8) November 2008: Organisationsteam des Symposiums (CMB und Deutsches Historisches Museum) zum Thema "Im Namen der Freiheit: Verfassung und Verfassungswirklichkeit in Frankreich, Deutschland und Europa".

7) Juni 2008: Mitveranstalter der Konferenz (CMB und Walter Hallstein Institut) von Prof. Dr. Olivier Beaud über "Europa als Föderation? Relevanz und Bedeutung einer Bundeslehre für die Europäische Union".

6) Juni 2008: Organisationsteam der Sommerkonferenz des Grakov (HU Berlin) zum Thema "Europa jenseits seiner Grenzen. Historische, politologische und rechtliche Zugriffe".

5) Juni 2007: Mitveranstalter mit Dr. Danièle Bourcier, Prof. Dr. Geneviève Koubi und Prof. Dr. Yves Sintomer (CMB und CERSA) einer Tagung zum Thema "Beteiligung: Ansätze aus Politikwissenschaft und Recht in Deutschland und Frankreich".

4) Dezember 2005: Veranstalter unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Otto Pfersmann (Paris 1) und von Prof. Dr. Michael Thaler (Salzburg) eines internationalen Seminars zur Rechtsphilosophie an der juristischen Fakultät der Salzburger Universität.

3) November 2005: Mitveranstalter mit Dr. Valérie Amiraux, Prof. Dr. Olivier Beaud, Dr. Dieter Gosewinkel und Prof. Dr. Pascale Laborier einer Tagung (CMB und WZB) zum Thema "Was tun mit der Religion in staatlichen Schulen?".

1 & 2) September 2004 - September 2007: Gründer und Mitveranstalter der zwei ersten deutsch-französischen Doktorandenseminare zur europäischen Rechtsvergleichung (Paris 1 und DHV Speyer).

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VERÖFFENTLICHUNGEN

HERAUSGEBERSCHAFT UND SAMMELBANDKOORDINATION
Mitherausgeber der interdisziplinären Zeitschrift "Trajectoire" vom Centre Interdisciplinaire d'Études et de Recherches sur l'Allemagne (Paris - seit 2007).
Sammelbandkoordinator: David Capitant und Karl-Peter Sommermann (Hg.), Actualité du droit public comparé en France et en Allemagne, Société de législation comparée, Paris, 2009.

AUFSÄTZE IN ZEITSCHRIFTEN UND BEITRÄGE IN SAMMELBÄNDEN
Verfassungsrecht
La réforme du fédéralisme allemand: vers un fédéralisme concurrentiel?, in: Hélène Miard-Delacroix/Guillaume Garner/Béatrice von Hirschhausen (Hg.), Espaces de pouvoir, espaces d'autonomie en Allemagne, Lyon ENS-Editions (voraussichtliches Erscheinen 2010).

Concept et modalités de mise en œuvre des affaires locales en droit constitutionnel allemand, in: Jean-François Brisson (Hg.), Les transferts de compétences de l'État aux collectivités locales, L'Hamattan, Paris, 2009, S. 109-127.

Le fédéralisme allemand, 60 ans après l'adoption de la Loi fondamentale : entre crise et renouveau, in: Pouvoirs locaux, n°80, 2009, S. 113-120.

Réformes du fédéralisme en Allemagne et en Suisse ou comment reconstruire des compromis viables, in: Revue Allemagne d'aujourd'hui, n°184, 2008, p. 119-130 (mit Olivier Giraud).

Verwaltungsrecht
Demokratische Legitimität und Verfassungsmäßigkeit unabhängiger Regulierungsbehörden: von den ursprünglichen Bedenken zur richterlichen Bestätigung ihrer Einfügung in das französische Verwaltungssystem, in: Johannes Masing/Gérard Marcou (Hg.), Die Modellierung unabhängiger Regulierungsbehörden in Frankreich und Deutschland, voraussichtliches Erscheinen 2010 (mit Vanessa Barbé).
Auf Französisch: Légitimité démocratique et constitutionnalité des autorités de régulation indépendantes : des incertitudes originelles à la confirmation jurisprudentielle de leur insertion dans le système politico-administratif français, in : Johannes Masing/Gérard Marcou (Dir.), Conceptualisation du modèle des autorités de régulation indépendantes en France et en Allemagne, voraussichtliches Erscheinen 2010 (mit Vanessa Barbé).

Expériences de la démocratie participative en Allemagne, in: Umberto Allegretti (Hg.), La democrazia partecipativa in Italia e in Europa: esperienze e prospettive, Firenze University Press, Firenzse, voraussichtliches Erscheinen 2010.

La participation: en droit, une première percée, in: Revue Économie et Humanisme, n°382, 2007, S. 52-55.
In Englisch: The principe of participation: an initial breakthrough in law, Sonderheft der Revue Économie et Humanisme, S. 52-55.

ÜBERSETZUNGEN (Auswahl; Originaltitel)
Verfassungsrecht
Dieter Grimm, Souveränität, in: Michel Troper/Dominique Chagnollaud (Hg.), Traité international de droit constitutionnel, Dalloz, Paris, voraussichtliches Erscheinen 2010 (60 S.)

Heinz Schäffer, Österreich und die Europäische Union - Erfahrungen und Leistungen des österreichischen Verfassungsgerichtshofes, in: Julia Iliopoulos-Strangas (Hg.), Cours suprêmes nationales et cours européennes: Concurrence ou collaboration ? In memoriam Louis Favoreu, Bruylant, Bruxelles, 2007, S. 95-123.
Verwaltungsrecht

Johannes Masing, Unabhängige Behörden und ihr Aufgabenprofil, in: Johannes Masing/Gérard Marcou (Hg.), Die Modellierung unabhängiger Regulierungsbehörden in Frankreich und Deutschland, voraussichtliches Erscheinen 2010 (41 S.)

Christoph Möllers, Materiellrechtliche Bindungen, in: Johannes Masing/Gérard Marcou (Hg.), Die Modellierung unabhängiger Regulierungsbehörden in Frankreich und Deutschland, voraussichtliches Erscheinen 2010 (33 S.)

VARIA
Die deutsch-französische Zusammenarbeit. Ein Impulsgeber für soziale Integration in Europa, in: Ulla Brunkhorst/Martin Koopman (Hg.), Frankreich-Themen, Nomos Verlag, 2008 (mit Sebastian Hass).
Auch auf Französisch: La coopération franco-allemande, un levier d'intégration sociale en Europe, in: Claire Demesmay/Hans Stark (Hg.), Radioscopies de l'Allemagne 2008, La Documentation française, 2008, S. 273-277 (mit Sebastian Hass).

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