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Anna Imhof
Freiburg/Strasbourg


Projektbeschreibung - Lebenslauf - Veröffentlichungen

FORSCHUNGSPROJEKT

Das staatskirchenrechtliche Regime Elsass-Lothringens in rechtsvergleichender Perspektive.

Ziel meiner Dissertation ist es, das lokale Staatskirchenrecht in Elsass-Lothringen in rechtsvergleichender und europäischer Perspektive umfassend darzustellen. Dabei soll eine Vision für die derzeit ungewisse Zukunft des lokalen Staatskirchenrechts in einer multikulturellen und -religiösen Gesellschaft entwickelt werden.

Das lokale Staatskirchenrecht ("droit local des cultes") in Elsass-Lothringen hat zwei wesentliche Pfeiler: Zum einen gibt es die Regelung der Kulte oder auch das sog. Konkordatssystem ("régime des cultes") für die Beziehungen zwischen Staat und den anerkannten Religionsgemeinschaften ("cultes reconnus" oder "cultes statutaires"); zum anderen gibt es die staatlichen theologischen Fakultäten in Straßburg sowie die Organisation des Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen ("l'enseignement religieux à l'école publique).
Von der Regelung der Kulte sind nach wie vor lediglich die vier anerkannten Religionsgemeinschaften umfasst, d.h. diejenigen, die sich als Körperschaften des öffentlichen Rechts ("établissements public du culte") organisieren: die katholischen Diözesen von Metz und Strasbourg, die reformierte (Eglise Réformée d'Alsace et de Lorraine, ERAL) und die lutherische Kirche (Eglise de la Confession d'Augsbourg d'Alsace et de Lorraine, ECAAL), sowie die israelitischen Konsistorien von Metz, Strasbourg und Colmar. Die übrigen Religions- und Glaubensgemeinschaften sind sog. nicht anerkannte Religionsgemeinschaften ("cultes non reconnus" oder "cultes non statutaires) - eine Ausdehnung etwa auf den Islam wird immer wieder diskutiert.
Das Konkordatssystem geht bis auf Napoleon Anfang des 19. Jahrhunderts zurück und wurde 1905 im damals deutschen Elsass-Lothringen - anders als im übrigen Frankreich - bis heute nicht abgeschafft. Dadurch genießen die anerkannten Religionsgemeinschaften umfangreiche Privilegien wie z.B. die Finanzierung der Geistlichen ("ministres du culte") aus allgemeinen Steuermitteln. Im Gegenzug hat der Staat sehr weitgehende Kontrollbefugnisse und ist für die Ernennung der Geistlichen zuständig.

Die Verfassungsmäßigkeit des Konkordatssystems in Elsass-Lothringen ist in der französischen Öffentlichkeit immer wieder Gegenstand heftiger Debatten und nicht zuletzt auch diverser Urteile der französischen obersten Gerichte. Vor allem die Vereinbarkeit des lokalen Staatskirchenrechts mit dem Laizitätsprinzip, dem Gleichheitsprinzip und dem Prinzip der Unteilbarkeit der Republik ist daher zu prüfen. Ein wichtigerer Prüfstein spielt auch die korporative Komponente der Religionsfreiheit.

Es bietet sich an, ausgewählte Aspekte sowohl mit dem deutschen Staatskirchenrecht als auch mit dem Staatskirchenrecht im restlichen Frankreich zu vergleichen. Mit dieser doppelten Kontrastfolie können die Besonderheiten des elsässisch-lothringischen Systems genauer herausgearbeitet und akzentuiert werden. Während im restlichen Frankreich für das Verhältnis von Staat und Kirche das sog. Trennungsmodell vorherrschend ist, sind sich das deutsche und elsässisch-lothringerische Modell in ihrer auf Kooperation zwischen Staat und Religionsgemeinschaften ausgerichteten Funktionsweise dem Grunde nach ähnlich.

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LEBENSLAUF / POST-DOC TÄTIGKEITEN

Ausbildung:

Seit 2017 : Doktorandin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau und der Université de Strasbourg bei Prof. Dr. Matthias Jestaedt und Prof. Catherine Haguenau-Moizard

2016 : 2. Staatsexamen, OLG München

2014 : 1. Staatsexamen, Master 2 "Droit européen" Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg und Université de Rennes I


Berufserfahrung:
Seit 2017 : Wissenschaftliche Referentin für französisches Recht am Centrum für Europäische Politik, Freiburg

2012 - 2014 : Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Staats- und Verwaltungsrecht, Prof. Dr. Max-Emanuel Geis, FAU Erlangen-Nürnberg

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VERÖFFENTLICHUNGEN

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