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Aurore Gaillet
Straßburg / Freiburg i.Br.


Projektbeschreibung - Lebenslauf - Veröffentlichungen

FORSCHUNGSPROJEKT

Der Einzelne gegen den Staat: die Geschichte der Rechtsbehelfe im öffentlichen Recht im Deutschland des 19. Jahrhunderts

Das Ziel der Dissertation besteht darin, die Rechtsbehelfe des Einzelnen über seine Rechte gegenüber der öffentlichen Gewalt zu analysieren. Es geht um eine theoretische und geschichtliche Untersuchung - Aspekte, die ich mit einem vergleichenden Blickwinkel anreichern will. Es handelt sich hauptsächlich darum, sich zu fragen, inwieweit die Entwicklung der Verhältnisse zwischen dem Staat und dem Einzelnen sich auf die Entwicklung der individuellen Rechtsbehelfe ausgewirkt hat. Eine solche Vorgehensweise führt unweigerlich zu der Frage der allgemeinen historischen Entwicklung des Rechtsverhältnisses zwischen dem Einzelnen und dem Staat in Deutschland.

Mit solchen Fragestellungen versuche ich auch zu verstehen, ob, in einer bestimmten Weise, die Auffassung vom Bürger-Staat-Verhältnis, die noch heute für das System der Rechtsbehelfe unter dem Grundgesetz wichtig ist, auf dem Boden einiger Leitbilder des 19. Jahrhunderts steht. Im Gegensatz zu Frankreich werden nämlich die Rechtsbehelfe des öffentlichen Rechts in Deutschland zum Teil immer noch als die der Bürger gegen die Staatsgewalt zum Schutz seiner Rechte verstanden. Dieser Unterschied erklärt sich besonders durch die verschiedene Bedeutung der Institution des Richters und des Rechtsschutzes im öffentlichen Recht.

Diese Fragestellungen entfalteten erst im 19. Jahrhundert ihre ganze Tragweite. In der Zeit des Vormärz stellt sich mit den konstitutionellen Bewegungen die Frage nach den Grundrechten und damit nach der Rechtssituation des Einzelnen. Das zentrale Thema der Rechtslehre des liberalen Rechtsstaats ist jedoch vornehmlich die Beteiligung der Volksvertretung an der Gesetzgebung. Hinter diesem politischen Kampf erscheint der subjektive und unmittelbare Rechtsschutz des Einzelnen eher zweitrangig. Nichtsdestoweniger sind einige Beschwerden und Formen der Administrativjustiz in den süddeutschen Staaten in die Untersuchung einzuschließen. Der Paulskirchenverfassung von 1849 wird danach eine wichtige Stellung in der Gliederung eingeräumt. Sie sieht nämlich zum einen die erste Verfassungsbeschwerde vor einem Reichsgericht vor; zum anderen lehnt sie ausdrücklich das System der Administrativjustiz ab, was eine große Bedeutung für die Stellung der Richter im System der Rechtsbehelfe hat.

Das Scheitern dieser ersten demokratischen und liberalen Verfassung bedeutet allerdings einen Wendepunkt sowohl in der Staatslehre, als auch in der Verfassungsgeschichte. Die Zeit der "Realpolitik" ist auch die Zeit des konservativen und formellen Rechtsstaats. Daraus folgt eine heftige Diskussion über die Rechtssituation des Einzelnen gegenüber dem Staat, d. h. über die Anerkennung der subjektiven öffentlichen Rechte des Einzelnen. Inwieweit dieser Streit als eine Ausgleichung des demokratische Defizits einerseits, und eine Parallele zur Errichtung der Verwaltungsgerichtsbarkeit in Deutschland andererseits erscheint, wird hier erörtert werden.

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LEBENSLAUF

AUSBILDUNG
Seit Okt. 2005: Promotion im öffentlichen Recht im Cotutelle-Verfahren zwischen der Universität Straßburg (Prof. Dr. Olivier Jouanjan) und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

2008-2009: Stipendiatin der International Max Planck Research School for Comparative Legal History - Forschungskolleg für vergleichende Rechtsgeschichte - Frankfurt am Main

2004-2005: Masterdiplom im öffentlichen Recht (Diplôme d'études approfondies, DEA) an der Robert-Schuman-Universität, Straßburg, Abschlussnote "Sehr Gut",
Thema der Diplomarbeit: " Les principes généraux gouvernant la composition des juridictions administratives " (Grundsätze der Zusammensetzung der Verwaltungsgerichte), unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Patrick Wachsmann

2003-2004: Maîtrise für öffentliches Recht an der Robert-Schuman-Universität, Straßburg, Abschlussnote "Gut", (Jahrgangsbeste)

2001-2002: Studienaufenthalt (zwei Semester) an der Freien Universität Berlin (Erasmus-Stipendium)

1999-2003: Abschlussdiplom des Institut d'Etudes Politiques (Politikwissenschaftliches Institut) in Straßburg, Abschlussnote "Gut",
Thema der Diplomarbeit: " La fusion des départements en Alsace " (Die Zusammenlegung der Départements im Elsass), unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Yves Déloye und Herrn Prof. Dr. Jean Waline

1999: Abitur in Phalsbourg (57), Abschlussnote "Sehr Gut"

BERUFSERFAHRUNG
Seit dem 01.09.2009: Attachée temporaire d'Enseignement et de recherche, Université de Strasbourg

2005-2008: Wissenschaftliche Assistentin (Allocataire d'enseignement et de Recherche und Monitrice) an der Robert-Schuman-Universität, Straßburg. (Dreijähriger Vertrag zur Promotionsförderung mit Lehrtätigkeit). - Chargée de conférences de méthode (Leiterin methodologischer Seminare) für Verfassungsrecht am Institut d'Etudes Politiques (Politikwissenschaftliches Institut) der Robert-Schuman-Universität, Straßburg

2007: Gastvorträge zum französischen Recht an der Universität von Osnabrück, unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. O. Dörr, Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Europarecht, Völkerrecht und Rechtsvergleichung

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VERÖFFENTLICHUNGEN

"Vom Untertan zum Citoyen", Rezension zu Skadi Krause, Die souveräne Nation. Zur Delegitimierung monarchischer Herrschaft in Frankreich 1788-1789, Berlin: Duncker & Humblot 2008, 248 S., in: Rechtsgeschichte, Zeitschrift des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte, 15, 2009, S. 209-211


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